Usain Bolt ist bei der Weltmeisterschaft die 100 metres der Männer in 9.58 Sekunden gesprintet – ein Weltrekord, der diesen Lauf bis heute unwirklich wirken lässt. Der Sprint ging über zwei Tage im Berliner Olympiastadion, wo sich in Vorläufen, Viertelfinals, Halbfinals und dem Finale der schnellste Mann herauskristallisierte. Neunzig Sprinter waren gemeldet, und das eigentliche Duell war Bolt gegen Tyson Gay, den amtierenden Weltmeister. Gay hatte eine Saisonbestzeit von 9.77, Bolt lag bei 9.79, und vier weitere Läufer waren schon unter 10 Sekunden geblieben.
Das Rennen war die übliche 100 metres: ein einziger gerader Lauf auf der Bahn, wo Start, Beschleunigungsphase und Höchstgeschwindigkeit wenig Spielraum lassen, um einen Fehler auszubügeln. Mehrere namhafte Konkurrenten schieden schon vor dem Finale aus, darunter Derrick Atkins in der ersten Runde und Churandy Martina, Kim Collins, Samuel Francis und Olusoji Fasuba im Viertelfinale. Christophe Lemaitre wurde nach einem doppelten false start disqualifiziert, und sogar Bolt hatte im Halbfinale einen false start, bevor er dann doch noch 9.89 lief. Berlin bewarb das Finale als "Das Duell" zwischen Bolt und Gay, aber Bolt war schon nach 20 metres leicht vorne und baute seinen Vorsprung immer weiter aus. Gay lief trotzdem 9.71, damals die drittschnellste jemals gelaufene Zeit, während Asafa Powell einen jamaikanischen Dreifachsieg auf dem Podium perfekt machte.